Die Kreishandwerkschaft

Heide

Die 2013 neu gegründete Kreishandwerkerschaft Heide vertritt die Interessen von elf Fach-Innungen und ihren etwa 400 Mitgliedsbetrieben in Dithmarschen. Dabei unterstützen sie die Betriebe in der Ausbildung ihrer Lehrlinge, in der überbetrieblichen Ausbildung und in der Betriebsberatung zu verschiedenen Themen.

Wir sprachen mit Kreishandwerksmeister Olaf Wagner über die Situation der KH Heide und des Handwerks in Dithmarschen.

 

Wie sehen Sie die Lage der noch jungen Kreishandwerkerschaft?

Olaf Wagner: Unsere neue Organisation hat den Zusammenhalt im Dithmarscher Handwerk deutlich gestärkt. Wir sind inzwischen gestärkt durch das neue Team, die neue Struktur und vor allem das neue Miteinander im Handwerk. Die Kommunikation untereinander stimmt, wir pflegen kurze Wege und gemeinschaftliche Entscheidungen.  Alle ziehen super mit, darüber freuen wir uns.

 

Was sind aktuell starke Themen im Dithmarscher Handwerk?

Olaf Wagner: Wie überall in Deutschland, so beschäftigen auch wir uns stark mit der Flüchtlingsfrage. Das Handwerk, auch in Dithmarschen, ist bereit, hier seinen Beitrag zu leisten und Flüchtlinge zum einen in die Betriebe, dadurch zum anderen aber auch in unsere Gesellschaft zu integrieren. Im Kern geht es dabei um die Frage, wie wir vor allem die jungen Flüchtlingen schnell eine Perspektive bieten können. Wir wollen das, auch im Hinblick auf den akuten Fachkräftemangel.

 

Das klingt nach einem „Aber...“?

Olaf Wagner: Es gibt eben auch viele rechtliche Fragen zu klären, und da würden wir Handwerker – wie sicher auch andere Branchen – uns wünschen, dass die Politik sich praktisch mehr kümmert. Wenn zum Beispiel der Kreis einen „Kümmerer“ installiert, der den Betrieben die Wege zu gleich mehreren Behörden abnimmt, wäre damit in der Praxis schon viel gewonnen. Die Betriebe wollen den Flüchtlingen eine Chance geben. Aber es wäre hilfreich, wenn man uns Betrieben den Bürokratiekram – der im Alltag ohnehin schon eine nicht unerhebliche Belastung darstellt – in dieser Frage abnähme.

 

Was sind weitere Herausforderungen für Dithmarscher Handwerker?

Olaf Wagner: Aufgrund der Demografie merken wir, dass es potentiell weniger Bewerber um Ausbildungsplätze gibt. Hinzu kommt, dass das Handwerk jahrelang mit Imageproblemen zu kämpfen hatte. Und nicht zuletzt lässt die Ausbildungsfähigkeit manch junger Menschen, wenn sie von der Schule kommen, zu wünschen übrig. Das ist leider so, aber hier müssen wir als Betriebe gegensteuern und versuchen, den jungen Menschen Perspektiven, Aufstiegsmöglichkeiten und vor allem gute Ausbildungsbedingungen zu bieten.

 

Da spielen die neuen Medien sicher eine Rolle?

Olaf Wagner: Ja, ohne Frage. Vor allem junge Menschen sind nun einmal viel digital und im Internet unterwegs. Aber das kann auch eine Chance sein. Zum Beispiel für den Betrieb, um auf eine Ausbildung bei sich aufmerksam zu machen. Grundsätzlich muss das Handwerk es schaffen, Moderne und Tradition zu verknüpfen. Aber da sind wir in Dithmarschen auf einem guten Weg.

 

Wie ist die Auftragslage im Dithmarscher Handwerk?

Olaf Wagner: Handwerksbetriebe, die mit Hausbau, Umbau, Ausbau und Renovierung zu tun haben, sind aktuell natürlich voll ausgelastet. In allen anderen Bereichen ist es auch nicht so schlecht, sehr konstant. Natürlich gibt es auch Ausreißer. Im Normalfall gilt aber: Wer qualitativ gut, sauber und zuverlässig arbeitet, hat als Handwerksbetrieb keine Probleme.